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Colour – Symbol – Image (CSI)

Farbe – Symbol – Bild

Zweck von „Colour – Symbol – Image“: Mit dieser Strategie kann man die „Essenz“ und den tieferen Kern eines Themas oder einer Idee nonverbal festhalten. Zu einem beliebigen Thema bittet man die Klasse, ihre Gedanken in einer Farbe, einem Symbol und einem Bild / einer Szene festzuhalten.

Interessant ist dabei die Symbolhaftigkeit von Farben – viele Schüler haben bereits die Fähigkeit entwickelt, bestimmte Farben zu assoziieren. Diejenigen, die damit noch Schwierigkeiten haben, lernen dabei von den Sichtweisen der anderen, denn im gegenseitigen Erkären und Begründen wird deutlich, warum man welche Farben nimmt.

Einer meiner ehemaligen Schüler, der nach den Faschingferien als Symbol ein grünes Herz gemalt hatte, erklärte dies so: „Naja, rot ist ja für die Liebe. Und weil Valentinstag war, habe ich meinem besten Freund etwas geschenkt. Das ist eine andere Liebe als zwischen Mann und Frau. Deswegen ist mein Herz nicht rot, sondern grün.“

Praktische Umsetzung: wann und wo kann ich diese Routine einsetzen?
Einsetzbar ist diese routine besonders, wenn es um das gefühlsmäßige Begreifen oder den emotionalen Ausdruck einer Sache geht. Spontan fallen mir dazu ein:

– Bildbetrachtung im (Kunst-)Unterricht

– Bewertung einer Lektüre / eines Gedichts / eines Liedes / eines Films…

– nonverbale Zusammenfassung eines Kapitels

– Reflektion über das Schuljahr / die Unterrichtsstunde / die Lerneinheit

– Feedback zu einer Gruppenarbeit / direkt an Personen („Lob meiner Freundin“)

 

Konkretes Beispiel: Reflektion über die Ferien, 4. Klasse

Jedes Kind bekommt einen Papierstreifen, der in etwa drei gleich große Teile aufgeteilt ist. Meine Frage an die Klasse war: „Welche Farbe, welches Symbol und welches Bild beschreiben deine Ferien am besten?“

Hier einige der Ergebnisse:

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Habt ihr spontan noch andere Ideen für den Unterricht?

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Augen auf bei der Berufswahl

Ich bin gerade dabei, aus dem Haus zu gehen und meine Sachen ins Auto zu packen, um in die Schule zu fahren.

Mein 15jähriger Nachbar Tim schlurft müde mit Kopfhörern in den Ohren auf der gegenüberliegenden Straßenseite und schlappt zu seinem Fahrrad.

Frau B: „Hallo, Tim. Bist du auch noch so müde wie ich?“

Tim (versucht mich zu lokalisieren, schaut hektisch nach links und rechts): „Ah. Ja. Aber Sie haben’s gut. Können jetzt im warmen Auto sitzen.“

Frau B (lächelt milde): „Ja, schon. Aber dafür muss heute bis 17 Uhr in der Schule bleiben.“

Tim (ernst): „Na, aber Sie sind Lehrerin. Augen auf bei der Berufswahl.“

Sagt’s, dreht sich um und geht.

Frau B (sprachlos) grinst. Wo er recht hat, hat er recht.